Fazit meiner Kleinunternehmerischen TĂ€tigkeit

Sehr geehrter GeschÀftspartner,

ich musste meine Kleinunternehmerische TĂ€tigkeit aufgrund der ĂŒber ein normales Maß hinausgehend BĂŒrokratie in Deutschland und der EU zum Jahresende 2023 einstellen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die in den vergangenen Jahren Ihr Vertrauen in mich gesetzt haben.
Wir konnten viel gemeinsam bewegen und haben zusammen viele Ideen weiterentwickelt!

Mit besten GrĂŒĂŸen fĂŒr die Zukunft

Thomas Dillinger

Was mich am Ende zur Aufgabe meiner Kleinunternehmerischen TĂ€tigkeit gezungen hat lesen Sie hier!

FĂŒr alle, die gerne wissen möchten, was mich am Ende zur Aufgabe meiner KleinunternehmerischetĂ€tigkeit bewogen hat oder die selbst diesen Schritt planen, habe ich im Anschluss ein paar Zeilen hierzu aufgeschrieben:

Dieser Blog besteht nun seit mehr als zwei Jahrzehnten und es war mir seit je her ein Anliegen, Entwickler und Maker mit meinem Wissen und Knowhow bei der Umsetzung Ihren Projekten zu unterstĂŒtzen.
Hierbei ging es nie darum Gewinne zu erzielen, es stand immer das Ziel im Vordergrund neues zu entwickeln und gute Ideen mit Rat und Tat zu unterstĂŒtzen.

Die Einnahmen aus den Entwicklungen waren zu jeder Zeit so kalkuliert, dass lediglich die entstandenen Unkosten, wie den Betrieb dieser Webseite, die Kosten fĂŒr Entwicklungstools, das Prototyping und die benötigten Software Lizenzen damit abgedeckt werden konnten.

Laut Gesetz lag hier jedoch bereits ein gewerblicher Hintergrund vor, da Einnahmen zu verzeichnen waren und das obwohl keine nennenswerten Gewinne damit erzielt wurden.

Deshalb wurde ich vor drei Jahren dazu verpflichtet einen Gewerbebetrieb anzumelden.

Von da an nahm die BĂŒrokratie ihren Lauf 


Was die BĂŒrokratie verursachte und warum möglicherweise noch weitere Kleinunternehmer Ihre Betriebe in Zukunft einstellen mĂŒssen, erlĂ€utere ich Ihnen kurz im nachfolgenden Text:

Steuerlich gesehen muss ein Kleinunternehmer drei SteuererklĂ€rungen erstellen. Zum einen die ganz normale EinkommensteuererklĂ€rung, gefolgt von der Gewerbesteuer, einer Einnahme Überschuss Rechnung und eine Umsatzsteuer ErklĂ€rung.
SpĂ€testens ab diesem Zeitpunkt können die wenigsten Ihre SteuererklĂ€rung noch selbst erstellen und man benötigt die UnterstĂŒtzung eines Steuerberaters, es sei denn man ist Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter.

Durch die GewerbetĂ€tigkeit entstehen dann aber noch viele weitere Verpflichtungen und Kosten, z.B. die Mitgliedschaft in einer Handwerkskammer, diverse Versicherungen wie eine Gewerbe- oder Haftpflichtversicherung. Sogar eine doppelte Abgabe der RundfunkgebĂŒhren wird gefordert, denn selbst wenn ein Gewerbebetrieb nur aus einer einzigen Person besteht, die bereits RundfunkgebĂŒhren bezahlt, ist diese verpflichtet ein weiteres Mal RundfunkgebĂŒhren fĂŒr den Gewerbebetrieb zu entrichten!

Damit aber noch nicht genug, dazu kommen noch Kosten, fĂŒr Abfallentsorgung, Elektroentsorgungskosten damit die erstellten Prototypen nach Ihrem Lebensende auch einer geordneten Entsorgung zugefĂŒhrt werden können. ZusĂ€tzlich greifen diverse Verordnungen, wie die Verpackungsverordnung, die Batterien Verordnung und ggf. die EU-Lampenverordnung.
Nicht zu vergessen, die Kosten fĂŒr einen rechtssicheren Internetauftritt.

Als Entwickler von Prototypen sind Sie bei der Weitergabe Ihres Produktes auch verpflichtet umfangreiche ErklĂ€rungen abzugeben, diese bestehen um nur einige zu nennen aus ZollerklĂ€rungen, wenn das Produkt ins Ausland verschickt wird. HierfĂŒr muss die jeweilige Produktklasse ermittelt und dokumentiert werden, was bei Neuentwicklungen eine wirkliche Herausforderung darstellen kann. Auch muss fĂŒr jedes verwendete Bauteil das Herkunftsland bestimmt und deklariert werden.

Des Weiteren kommt dazu eine Vielzahl von KonformitĂ€tserklĂ€rungen wie die RoHS- und REACH KonformitĂ€tserklĂ€rung, auch hier muss fĂŒr jedes einzelne Bauteil die entsprechende Zertifizierung bescheinigt werden. Gegebenenfalls werden noch eine CE-Zertifizierung und ein EMV-Nachweis gefordert.

Zuletzt verlangen viele Firmen auch noch LangzeitliefererklÀrungen und eine CoC (Certificate of Conformity).

An dieser Stelle sei bemerkt, dass es sich immer noch um ein Kleingewerbe (also ein Einmannunternehmen), ohne eigenen Einkauf, eine eigen Rechtsabteilung oder eine aufwendige Lagerlogistik handelt.

Ich kann mich erinnern, dass vor einigen Jahren von der Regierung die sogenannten „ICH AG’S“ propagiert wurden. Sie sollten Einzelpersonen den Zugang zu einer selbstĂ€ndigen TĂ€tigkeit erleichtern und diese unbĂŒrokratisch in Arbeit bringen. Ich stelle mir in diesem Zusammenhang immer wieder die Frage, gibt es eigentlich noch ICH AG’S?
Augenscheinlich wohl nicht mehr und heute kenne ich aus eigener Erfahrung auch die GrĂŒnde dafĂŒr!

Mein Fazit:

Solange die BĂŒrokratischen HĂŒrden, die uns der deutschen Stadt und die EU auferlegt, nicht auf ein vernĂŒnftiges Maß herabgesetzt werden. Ist es uns als Kleinunternehmer kaum noch möglich diese realistisch und rechtssicher zu erfĂŒllen. In der Regel haften Kleinunternehmer mit ihrem privaten Vermögen, stellen sie sich selbst die Farge, wĂŒrden Sie bei diesen Auflagen dieses Risiko hier noch eingehen?

Deutschland befindet sich in einem selbst verschuldeten BĂŒrokratischen Moloch aus Gesetzen und Verordnungen die uns auch seitens der EU auferlegt werden. Dieser Umstand sorgt dafĂŒr, dass Innovationen und der Einsatz persönlicher Leistung aus der privat Wirtschaft verhindert werden und somit auch ein großer Teil unsere Wirtschaftlichen Vorreiterstellung der EuropĂ€ischen BĂŒrokratie geopfert wird.

Ich persönlich versteh es bis heute nicht, warum diese Entwicklung politisch gewollt ist. Sie schrĂ€nkt die Ideen und Invasionen vieler Menschen dadurch so ein, dass diese nur noch durch die Industrie und Großbetriebe Verwaltungstechnisch finanziert und betrieben werden können. Deutschland bekommt einen Großteil seiner Steuereinnahmen jedoch durch Klein- und MittelstĂ€ndische Betriebe!
Ich fĂŒr meinen Teil kann diese Entwicklung nur anzweifeln und bedauere es zu tiefst!

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