Archiv der Kategorie: Sonstiges

Software Lizenzvereinbarungen

WICHTIG

Wenn Sie mit den Nutzungsbedingungen dieser Lizenzvereinbarung („Vereinbarung“) nicht einverstanden sind, können Sie die erworbenen Sourcecode bzw. die Software nicht verwenden.
Bitte lesen Sie sich diese Vereinbarung sorgfältig durch, bevor Sie den Sourcecode oder die Software und die begleitende Dokumentation, die in den Speichermedien („Lizenzierte Software“) enthalten ist, verwenden. Durch die Nutzung oder Installation der lizenzierten Software erklären Sie Ihr Einverständnis mit diesen Bedingungen und Konditionen und diese Vereinbarung zwischen Ihnen („Lizenznehmer“) und Dillinger-Engineering  („Lizenzgeber“) ist als wirksam anzusehen.

1.  Umfang der Lizenz

Der Lizenzgeber gewährt und der Lizenznehmer akzeptiert eine nicht exklusive Lizenz zur Installation der lizenzierten Software auf mehreren Computern bzw. Mikrokontrollern. Die lizenzierte Software darf nur in Verbindung mit dem Produkt verwendet werden. Der Lizenznehmer darf eine Kopie der lizenzierten Software nur für Backupzwecke erstellen. Jegliche Kopien der lizenzierten Software, die der Lizenznehmer im Rahmen der Vereinbarung anfertigen darf, müssen die gleichen Urheberrechtshinweise aufweisen, die an oder in der lizenzierten Software enthalten sein müssen. Darüber hinaus stimmt der Lizenznehmer zu, keine Kopien anzufertigen, zu vervielfältigen, oder einer anderen Person zu erlauben, Kopien der lizenzierten Software, im Ganzen oder in Teilen, zu erstellen oder zu reproduzieren.

2.  Eigentum und Beschränkung

(1) Der Lizenzgeber oder seine Lieferanten besitzen alle Urheber- und Eigentumsrechte in und an der lizenzierten Software. Die Struktur, die Organisation und der in der lizenzierten Software enthaltene Code sind wertvolle Geschäftsgeheimnisse des Lizenzgebers und seiner Lieferanten. Der Lizenznehmer muss die lizenzierte Software in derselben Art und Weise behandeln, in der er auch andere urheberrechtlich geschützte Materialien, wie ein Buch, behandeln würde.
(2) Der Lizenznehmer darf, weder im Ganzen noch in Teilen, mit Ausnahme der in Abschnitt 1 genannten Angaben, keine Kopien der Software vermieten, verpachten, verteilen, übertragen oder neu drucken.
(3) Der Lizenznehmer willigt ein, die lizenzierte Software nicht ohne vorherige Zustimmung des („Lizenzgebers“) zu modifizieren, zu verändern, anzupassen, zu übersetzen, rückzuentwickeln, zu dekompilieren oder zu zerlegen.
(4) Der Lizenznehmer willigt ein, keine Änderung der Dateinamen für die lizenzierte Software vorzunehmen.
(5) Außer wie in dieser Vereinbarung angegeben, gewährt der Lizenzgeber dem Lizenznehmer keine Rechte an geistigem Eigentum in oder an der lizenzierten Software.

3.  Laufzeit und Kündigung

(1) Diese Vereinbarung gilt bis zu ihrer Kündigung.
(2) Die Vereinbarung endet außerdem, wenn der Lizenznehmer entscheidet, diese zu beenden, indem die lizenzierte Software zusammen mit allen Kopien zerstört wird.
(3) Der Lizenzgeber ist berechtigt, diese Vereinbarung zu kündigen, wenn der Lizenznehmer gegen irgendeine der Bestimmungen und Konditionen dieser Vereinbarung verstößt. Nach Beendigung muss der Lizenznehmer die lizenzierte Software zerstören und ihre Kopien wieder an den Lizenzgeber übertragen.

4.  Garantie

DIE LIZENZIERTE SOFTWARE WIRD OHNE MÄNGELGEWÄHR ZUR VERFÜGUNG GESTELLT.  WEDER DER LIZENZGEBER NOCH SEINE LIEFERANTEN GARANTIEREN, DASS DER BETRIEB DER LIZENZIERTEN SOFTWARE UNUNTERBROCHEN ODER FEHLERFREI ERFOLGT BZW. DIE ANFORDERUNGEN DES LIZENZNEHMERS ERFÜLLT.  DER LIZENZGEBER UND SEINE LIEFERANTEN GEBEN KEINE GARANTIE, WEDER AUSDRÜCKLICH NOCH IMPLIZIT, FÜR DIE NICHTVERLETZUNG DER RECHTE DRITTER, DIE MARKTFÄHIGKEIT ODER DIE EIGNUNG FÜR EINEN BESTIMMTEN ZWECK.

5.  Haftungsausschluss

IN KEINEM FALL HAFTET DER LIZENZGEBER ODER SEINE LIEFERANTEN FÜR DIREKTE, INDIREKTE, ZUFÄLLIGE, SPEZIELLE SCHÄDEN, FOLGESCHÄDEN ODER STRAFSCHÄDEN, EINSCHLIESSLICH, ABER NICHT BESCHRÄNKT AUF, ENTGANGENE GEWINNE, VERLUST VON ERSPARNISSEN ODER VERLUST VON DATEN, SELBST WENN DER LIZENZGEBER ÜBER DIE MÖGLICHKEIT SOLCHER SCHÄDEN INFORMIERT WURDE, NOCH FÜR JEGLICHE ANSPRÜCHE DURCH DRITTE, DIE IN IRGENDEINER WEISE AUS ODER IN BEZUG AUF DIE LIZENZIERTE SOFTWARE ENTSTANDEN SIND, GANZ GLEICH, OB DER ANSPRUCH AUFGRUND EINER UNERLAUBTEN HANDLUNG ENSTANDEN IST (EINSCHLIESSLICH, JEDOCH NICHT BESCHRÄNKT AUF FAHRLÄSSIGKEIT) ODER AUS EINEM ANDEREN RECHTSGRUND ODER AUS DEM ANSPRUCH EINER DRITTPARTEI.

6.  Geltendes Recht

Die Lizenz in Bezug auf die lizenzierte Software unterliegt den geltenden Gesetzen in Japan.

7.  Salvatorische Klausel

Falls irgendein Teil dieser Vereinbarung ungültig oder nicht durchsetzbar ist, hat dies keinen Einfluss auf die gesamte Gültigkeit der Vereinbarung, die weiterhin gültig bleibt und gemäß diesen Bestimmungen durchsetzbar ist.

8.  Ausfuhrbeschränkung

Der Lizenznehmer erklärt sich damit einverstanden, dass die lizenzierte Software nicht versandt, übertragen, exportiert oder in ein anderes Land re-exportiert oder in einer Art und Weise verwendet wird, die durch US-amerikanische, japanische und andere geltende Exportgesetze oder -bestimmungen verboten ist.  Der Lizenznehmer erklärt sich damit einverstanden, dass er die lizenzierte Software oder die Produkte, die in irgendeiner Form ohne entsprechende Lizenzen der USA, Japan oder anderer Regierungen produziert wurden, nicht exportiert oder re-exportiert. Diese Vereinbarung endet automatisch, falls der Lizenznehmer gegen diesen Absatz 8 verstößt.

9.  Gesamte Vereinbarung

Der Lizenznehmer stellt sicher, dass der Lizenznehmer diese Vereinbarung liest und versteht, und dass diese Vereinbarung die vollständige Vereinbarung und sämtliche Absprachen zwischen dem Lizenzgeber und dem Lizenznehmer im Hinblick auf die Lizenz darstellt, die sich auf die lizenzierte Software beziehen und alle vorherigen Vereinbarungen, ob schriftlich oder mündlich, ersetzen.
Die Pflichten des Lizenznehmers im Rahmen dieser Vereinbarung stellen die Verpflichtungen an den Lizenzgeber und aller Besitzer der Rechte dar, die im Rahmen dieser Vereinbarung an den Lizenznehmer lizenziert wurden.
Ein Teil der lizenzierten Software kann eine separate Softwarelizenzvereinbarung enthalten. Falls Sie der separaten Softwarelizenzvereinbarung zustimmen, haben die Bedingungen für die Verwendung der Software Vorrang.

KR1204 12v RF 4-Kanal 433Mhz Funkfernbedienung und Schalter Modul

Technisch Daten:

  1. Arbeitsspannung: DC12V
    2. Ruhestrom: 5mA
    3. Arbeitsfrequenz: 433 MHz / 315 MHz
    4. Empfangsempfindlichkeit: -104 dBm
    5. Funktionsoption: Momentary / Toggle / Latching
    6. Modulationsmodus: ASK
    7. Matching-Modus: Intelligenter Lerncode
    8. Ausgangsmodus: potentialfreier Kontakt / Spannungsausgang
    9. Shell: Ja
    10. Arbeitstemperatur: -30 ~ + 80
    11. Leiterplattenabmessung: 68,2 x 48,2 (mm)

Programmietung der Betriebsmodi und Anlernen von Fernbedienungen:

An das KR2014 Modul können mehrere Fernbedienungen angelernt werden. Wichtig: Die Fernbedienung muss vor dem Anlernen frei von Code sein. Ein Überschreiben mit anderen Modi funktioniert nicht. Leider können meines Wissens nur alle Fernbedienungen gemeinsam gemäß Punkt 8 (s. u.) gelöscht werden.

Das Anlernen einer neuen Fernbedienung geschieht über den Programmiertaster (Learn Key) auf dem Empfängermodul. Eine Rückmeldung des aktuellen Status erfolgt über eine kleine LED im Empfängermodul.
Soll eine neue Fernbedienung angelernt werden, wird über die Anzahl der Tastendrücke auf den Programmiertaster (Learn Key) festgelegt, welcher Betriebsmodus für die Fernbedienung verwendet werden soll.
Drückt man z.B. einmal auf den Programmiertaster, wählt man den Taster-/Puls-Betrieb für diese Fernbedienung aus. (Mehrmaliges Drücken würde die entsprechenden Modi gemäß der unten aufgeführten Nummerierungen 1 bis 7 einleiten.)
Nach Drücken des Programmiertasters leuchtet die LED heller und ist bereit, eine neue Fernbedienung aufzunehmen. Nun kann eine beliebige Taste der Fernbedienung kurz gedrückt werden. Die Übernahme wird anschließend durch dreimaliges Blinken der LED im Empfängermodul angezeigt. Danach leuchtet die LED im Empfängermodul wieder schwächer.

  1. Taster-/Puls-Modus: Drücken Sie die Lerntaste auf der Empfängerplatine einmal (die LED-Anzeige auf der Empfängerplatine blinkt), drücken Sie dann eine beliebige Fernbedienungstaste. Die LED-Anzeige blinkt dreimal. Der Empfänger zeigt an, dass der Pulsmodus erfolgreich gekoppelt wurde.

  2. Umschalt-/Toggle-Modus: Drücken Sie die Lerntaste auf der Empfängerplatine zweimal (die LED-Anzeige auf der Empfängerplatine blinkt), drücken Sie dann eine beliebige Fernbedienungstaste. Die LED-Anzeige blinkt dreimal, und der Receiver zeigt an, dass der Toggle-Modus erfolgreich gekoppelt wurde.

  3. Verriegelungsmodus: Drücken Sie die Lerntaste auf der Empfängerplatine dreimal (die LED-Anzeige auf der Empfängerplatine blinkt), drücken Sie dann die erste Fernbedienungstaste. Die LED-Anzeige blinkt dreimal am Empfänger Verriegelungsmodus erfolgreich gekoppelt (Einschalten mit der ersten Taste, Ausschalten mit der zweiten Taste). Nachteil: Mit dieser Fernbedienung können nicht alle Relais ausgeschaltet werden. Es bleibt immer das letzte eingeschaltet.

  4. 2CH kurzzeitig + 2CH Umschalten: Drücken Sie die Lerntaste auf der Empfängerplatine viermal (die LED-Anzeige auf der Empfängerplatine blinkt), drücken Sie dann eine beliebige Fernbedienungstaste. Die LED-Anzeige blinkt dreimal, und der Empfänger zeigt an, dass das Paar erfolgreich verbunden ist.

  5. 2CH Momentary + 2CH Latching: Drücken Sie die Lerntaste auf der Empfängerplatine fünfmal (die LED-Anzeige auf der Empfängerplatine blinkt), drücken Sie dann eine der Fernbedienungstasten. Die LED-Anzeige blinkt dreimal, und der Empfänger zeigt an, dass das Paar erfolgreich verbunden ist.

  6. 2CH Toggle + 2CH Latching: Drücken Sie die Lerntaste auf der Empfängerplatine sechsmal (die LED-Anzeige auf der Empfängerplatine blinkt), drücken Sie dann eine der Fernbedienungstasten. Die LED-Anzeige blinkt dreimal, und der Empfänger zeigt an, dass das Paar erfolgreich verbunden ist.

  7. 2-Kanal-Verriegelung + 2-Kanal-Verriegelung: Drücken Sie die Lerntaste auf der Empfängerplatine sieben Mal (die LED-Anzeige auf der Empfängerplatine blinkt). Drücken Sie dann eine der Fernbedienungstasten. Die LED-Anzeige blinkt dreimal, und der Empfänger zeigt an, dass das Paar erfolgreich ist.

  8. Löschen vorhandener Daten auf den Fernbedienungen: Drücken Sie die Lerntaste auf der Empfängerplatine achtmal. Die LED-Anzeige auf der Empfängerplatine blinkt achtmal. Die vorhandenen Daten auf den Fernbedienungen werden erfolgreich gelöscht.

 Anschlussbelegung

+ V – Pluspol-Eingang

GND – Negativer Poleingang

1 – KC1 Normal Relais geschlossen
2 – KC1 Relaisrelais
3 – KC1 Normales Öffnen des Relais

4 – KC3 Normal Relais geschlossen
5 – KC3 Relaisrelais
6 – KC3 Normales Öffnen des Relais

7 – KC2 Normal Relais geschlossen
8 – KC2 Relais gemeinsam
9 – KC2 Normales Öffnen des Relais

10 – KC4 Normal Relais geschlossen
11 – KC4 Relais allgemein
12 – KC4 Normales Öffnen des Relais

WARNUNG
Schalten Sie vor der Installation die Stromversorgung ab und überprüfen Sie die Spannungsfreiheit!

ANMERKUNGEN
Wechseln Sie die Batterie unverzüglich, wenn Reichweite stark abnimmt.

 

Platinen ätzen mit der Direkt-Toner-Methode

Diese Artikel richtet sich an alle, die bei der Platinenherstellung auf das wie ich finde aufwendige Belichten und Entwickeln des Platinenmaterials verzichten möchte. Alles was man statt dessen benötigt ist ein Laser Drucker und ein modifiziertes Laminiergerät.

Einen sehr gute Beschreibung mit allen Details zu diesem Thema habe ich auf der Seite von thomaspfeifer.net gefunden. Hier ein paar Auszüge daraus ….

Ein dankeschön an Thomas Pfeifer!

Die im folgendenden beschrieben Tonertransfermethode verzichtet daher einfach auf den Belichtungs und Entwicklungsschritt. Anstatt des Photolacks wird Laserdrucker-Toner als Ätz-Resist benutzt.
Das Layout wird dazu auf geeignetes Papier gedruckt und auf die Leiterplatte aufgebügelt. Anschließend wird das Papier wieder abgelöst – der Toner verbleibt auf dem Kupfer. Darauf folgt der Ätzvorgang.

Material:

  • Laserdrucker (bei mir ein HP Laserjet 1010)
  • Bügeleisen
  • Aceton (gibt’s im Baumarkt)
  • Epoxyd Platine mit Kupferbeschichtung, ohne Fotolack (z.B. Reichelt EPCU 160X100)
  • Ätzmittel (z.B. Natriumpersulfat)

1. Layout ausdrucken

Das Layout wird mit dem Laserdrucker auf eine Seite Reichelt-Kalaog gedruckt. Falls es Probleme mit Papierstaus gibt, kann man die Katalogseite am oberen Rand einfach mit Pritt-Stift auf ein Din-A4-Blatt kleben (gut trocknen lassen !).
Die Leiterbahnen auf der fertigen Platine sind gegenüber dem Ausdruck spiegelverkehrt. Das Layout muss also ggf. gespiegelt werden (d.h. Schrift nicht lesbar).
Zum Erstellen der Layouts verwende ich übrigens Eagle von Cadsoft.

Warum denn ausgerechnet Papier aus dem Katalog eines Elektronik-Versenders ?
Nun, nicht jedes Papier ist so wirklich zum aufbügeln geeignet.
Normales Schreibmaschinenpapier geht zum Beispiel gar nicht. Es ist nicht glatt genug, „saugt“ den Toner in sich auf und wellt sich auch bei Erwärmung und Feuchtigkeit.
Am besten geeignet sind veredelte, glatte Papiere die sich leicht gummiartig anfühlen. Einige schwören auf die Seiten aus dem Spiegel, Overheadfolie, Faxpapier oder dem Trägerpapier von Aufklebern. Mit dem Reichelt-Katalog habe ich persönlich jedoch die besten Erfahrungen gemacht.

Ausgedrucktes Layout

Bild 1: Ausgedrucktes Layout

2. Zurechtschneiden und ausrichten

Die Kupferseite der Platine wird mit Aceton von Staub, Fett und evtl. Fotolack befreit. Das ist wichtig, sonst hält darauf der Toner nicht.
Das Layout wird ausgeschnitten und mit der bedruckten Seite auf die Platine gelegt. Hierbei sollte man höllisch aufpassen das man keine Fingerabdrücke hinterlässt.
Falls nötig kann man das Papier mit einen kleinen Stück Tesafilm am Rand fixieren.

Das Layout wird mit der bedruckten Seite auf die Kupferfläche gelegt

Bild 2: Das Layout wird mit der bedruckten Seite auf die Kupferfläche gelegt

3. Aufbügeln

Auf die Platine mit dem Layout wird ein Leinentuch gelegt (ich verwende dafür einen alten Einkaufsbeutel).
Anschließend wird das bedruckte Papier mit einem handelsüblichen Bügeleisen mit kreisenden Bewegungen und leichtem Druck aufgebügelt. Es empfiehlt sich dabei die Platine mehrmals etwas abkühlen zu lassen und dann die Platine um 90° zu drehen, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu bekommen.

Wichtig ist dabei die richtige Temperatur. Ist sie zu hoch, wird der Toner zu flüssig und die Leiterbahnen verlaufen. Ist sie zu niedrig, hält der Toner nicht auf dem Kupfer.
Bei mir hat sich eine Einstellung zwischen „Wolle“ und „Seide“ bewährt.

Das Layout wird mit leichtem Druck auf die Platine aufgebügelt

Bild 3: Das Layout wird mit leichtem Druck auf die Platine aufgebügelt

4. Papier ablösen

Die Platine wird nach dem abkühlen in einen Teller mit kaltem Wasser und einem Tropfen Spülmittel gelegt.
Das Papier kann man nach ein paar Minuten im Wasser mit dem Finger vorsichtig abrubbeln.
Stellt man jetzt fest, dass sich die Leiterbahnen ablösen (Temperatur zu klein) oder das diese verlaufen sind (Temperatur zu groß) entfernt man den Toner mit Aceton und versucht es noch einmal – GOTO 1

Bei späteren Versuchen stellte sich heraus das anstatt der Seifenlösung auch Badreiniger sehr gut geeignet ist. Dieser löst die Papierfasern teilweise auf. Dadurch kann man das Papier leichter entfernen und hat bei kleinen Zwischenräumen keine Probleme mehr mit hängen gebliebenen Papierfasern.

Nach ein paar Minuten einweichen lässt sich das Papier leicht abrubbeln

Bild 4: Nach ein paar Minuten einweichen lässt sich das Papier leicht abrubbeln

5. Einbrennen/Verdichten (optional)

Hat man das Papier grob abgelöst, kann man den Toner optional noch einmal „einbrennen“. Dazu spannt man das Bügeleisen kopfüber in einen Schraubstock, stellt dieses auf Maximum und legt die trockene (!) Platine für ein paar Minuten darauf.
Der Toner wird dabei noch einmal flüssig. Dadurch werden kleinste Löcher geschlossen und der Toner verbindet sich optimal mit dem Kupfer.
Nach dieser Behandlung ist der Toner so fest auf der Platinenoberfläche das man ihn mit dem Fingernagel schon fast nicht mehr abgekratzt bekommt.

Die Platine wird auf das heiße Bügeleisen gelegt

Bild 5: Die Platine wird auf das heiße Bügeleisen gelegt

6. Ätzen

Jetzt wird die Platine in das Ätzbad gelegt. Geätzt wird bei mir mit Natriumpersulfat (ca. 100g auf 0,5 Liter) da es nicht so herum saut wie Eisen-III-Chlorid und man sehen kann wie weit die Platine ist. Mit Salzsäure und Wasserstoffperoxyd geht es schneller – da mache ich seit den schwarzen Brandflecken im Tisch allerdings einen großen Bogen drum 😉
Als „Ätzmaschine“ nehme ich, ganz unkonventionell, einen alten Putzeimer der über einem Wasserbad auf 40-50°C erwärmt wird.

Ätzen mit NaPS im Putzeimer

Bild 6: Ätzen mit NaPS im Putzeimer

7. Fertig

Nach dem Ätzen muss die Platine nur noch von dem Toner befreit werden. Das geht wieder hervorragend mit einem Aceton-getränkten Lappen.
Danach kann die Platine gebohrt und wenn man möchte verzinnt werden.

Geätzte Platine mit Toner

Bild 7: Geätzte Platine mit Toner

Fertige Platine

Bild 8: Fertige Platine

Video Tutorial

Das Tonertransfer-Verfahren als Video-how-to (einseitig, Laminator, mit verzinnen). Das Video läuft in 4-facher Zeitraffer und ist im Original ca. 20min lang.

Video 1: Platinen Herstellung in 20min. (4x Zeitraffer)

Taugt die Methode denn was ?

Ich habe damit problemlos mehrere Euro-Platinen, teilweise mit TQFP-SMD-Bauteilen, geätzt.
Mit unterbrochenen Leiterbahnen gab’s noch nie Probleme.
Zum Test habe ich mal 3 mil (0,0762mm) Leiterbahnen (!) geätzt. Das würde ausreichen um zwischen den Beinchen eines LQPF-SMD-Bauteils noch eine Leiterbahn durchzuführen…

3mil Leiterbahn

Noch etwas besser und einfacher als mit dem Bügeleisen, geht es mit einem modifizierten Laminiergerät.
Damit lassen sich auch problemlos zweiseitige Platinen herstellen.

Übrigens: Die Platinen der verschiedenen Projekte auf dieser Website sind nahezu alle mit dem hier beschriebenen Arbeitsablauf selbst hergestellt worden.

Update:

Optimales Papier, optimale Temperatur

Das optimale Papier und die optimale Temperatur beim aufbügeln scheint sehr stark von dem Druckertyp bzw. dem verwendeten Toner abzuhängen. Es lohnt sich also, einfach mal verschiedene Papiersorten durch zu probieren. Hier eine kleine Tabelle mit bekannten Drucker-Papier Kombinationen:

Drucker Toner Temperatur Papier Bemerkung
Brother HL-1430 Original ? RS-Katalog
Brother HL-2030 Original Bügeleisen 100% Reichelt- u. Pollin-K. Probleme mit Masseflächen
Brother HL-2030 Original Bügeleisen 100% GEO (weißer Hintergrund)
Brother HL-5050 Original Bügeleisen 100% KS-Katalog Druckdichte: sehr dunkel
Brother HL-5150 Original Bügeleisen 100% ? Druckdichte: sehr dunkel
Canon LBP2900 Original Laminator 125-130°C Reichelt-Katalog „gut bis sehr gut“
HP Laserjet 3P Original 220°C Reichelt-Katalog Probleme mit Masseflächen
HP Laserjet 1010 Refill (noname) 190°C Reichelt-Katalog 1a Ergebnisse
HP Laserjet 1022 Original Reichelt-Katalog funktioniert bestens
HP Laserjet 1022 Original Bügeleisen, Wolle-Seide Fotopapier: „Laser High Glossy (PU)“ Gut einweichen, Masseflächen sauber
HP Laserjet P2015 Original Laminator ca 190° Reichelt-Katalog
HP Laserjet 3380 Original Bügeleisen 90% Deckblatt iX, c’t etc.
HP Laserjet 4050 Refill Bügeleisen 100% Reicheltkatalog Mit sehr starkem Druck ca 90 Sek.
HP Laserjet 5P Original Laminiergerät 3-5mal bei 125° Reicheltkatalog
HP Laserjet 6P Canon EP-A Bügeleisen 100% Reicheltkatalog Leiterbahnen >0.25mm kein Problem, keine Löcher
Konika-Monilta MC2550 Original Bügeleisen 100% Transferfolie (welche?) Toner haftet manchmal nicht
Lexmark Optra E112 Original ? Avery Zweckform Trägerpapier
Lexmark Optra E340 Original Bügeleisen 100% Conrad Katalog Seite 4-5min. mit langsam kreisenden Bewegungen bei ca. 4-5kg Druck. Masseflächen und Linien perfekt.
Lexmark Optra S 1255 Original Laminator, 170°C, 2-8x Reichelt „Super Ergebnis“
Nashuatec DSm615 Original Bügeleisen, Leinen Werder-Magazin (ähnlich ct-Deckblatt aber dünner)
Samsung CLP-300N Original Bügeleisen 90% Deckblatt IX, c’t etc.
Samsung CLP-300 Original Bügeleisen 100%, ca 1min. Reicheltkatalog
Samsung CLP-510N Original Bügeleisen 90% Focus Seite, ca. 3min 10mil sind kein Problem
Samsung CLP-600N Original Bügeleisen 90% Zweckform Color Laser Premium Photo Papier (2698)
Samsung ML2010 Original Bügeleisen Wolle (130°C) Hornbach Katalog Badewannen-Acryl Lässt sich an einem Stück abziehen
Samsung ML4600 Original Bügeleisen (Leinen/Baumwolle) Reicheltkatalog >0.7mm kein Problem
Samsung SCX-4500 Original Laminator (unmodifiziert) Reichelt-Katalog

Ich würde mich auf Rückmeldungen freuen, um die Tabelle zu erweitern.
Danke an Christian, Kay, Dominik, Michael, Nicola, Ralf, Alex, Andreas, Ahment, Daniel, Felix, Max, Niklas, Simon, Milan, Jürgen, Steffen, Rainer, R.G., Kai, Dennis, Matthias, Markus E. und Mäxx.

Typische Fehlerursachen

  • Zu heiß und zu kurz gebügelt (Toner haftet dann nicht). Da es eine Weile dauert bis sich die Wärme durch das Papier verteilt hat, kann man ruhig länger drauf halten (1-3 min.).
  • Kupferfläche nicht sauber (Fingerabdrücke!). Es wurde berichtet, dass die Küchentücher eines Herstellers in Verbindung mit Aceton einen Schmierfilm hinterlassen.
  • Die Platine mit Topfreiniger oder grobem Schleifpapier anzurauhen ist keine gute Idee. Die dadurch entstehenden Riefen führen zu Rissen in den Leiterbahnen. Besser: Platine reinigen und kurz anätzen.
  • Einweichen zu kurz. Das Papier sollte schon gut durchgeweicht sein.

Bestückungsaufdruck

Mit der Tonermethode lässt sich auch problemlos ein Bestückungsaufdruck realisieren (Danke an Philipp für den Hinweis), wie das folgende Bild zeigt. Wenn man den Toner anschließend, wie unter „5. Einbrennen“ beschrieben, noch einmal erwärmt, wird der Druck sogar recht kratzfest.

Bestückungsaufdruck auf einer ungebohrten Platine

Bild 10: Bestückungsaufdruck auf einer ungebohrten Platine

Ätzen von Metallblechen

Prinzipiell sollte es mit der beschriebenen Methode auch mögliche sein, dünne Metallbleche zu ätzen. Auf ähnliche Weise werden z.B. feinste Blechteile aus Messing oder Kupfer für den Modellbau hergestellt. Denkbar wäre auch die Herstellung von Lötpasten-Masken, wie sie beim Reflow-Löten von SMD-Bauteilen benötigt werden.